Stadt Kloster #2

Die Kloster-Regel des heiligen Benedikt ist immer mal für Provokationen gut zu gebrauchen. Im siebten Kapitel steht dort ein merkwürdiges Gebet: „Gott, du hast uns geprüft und uns im Feuer geläutert, wie man Silber im Feuer läutert.“

Benedikt hat dieses Gebet nicht erfunden. Es ist ein Vers aus Psalm 66 im Alten Testament, den Benedikt hier aufgreift und in seine Kloster-Regel einbaut.

Seit Jahrtausenden sprechen Menschen so zu Gott. Dahinter stecken Erfahrungen:

dass das Leben manchmal sehr hart sein kann,

dass wir uns manchmal fühlen wie „auf dem heißen Stuhl“

oder sogar wie Silber in einem Schmelzofen, der alles Unreine ausscheidet.

Spannend finde ich, dass die Beterin oder der Beter von Psalm 66 solche Erfahrungen mit Gott in Verbindung bringt und sogar mit ihm bespricht. Dahinter steckt ein großes Vertrauen: ins Leben, aber auch in Gott. Ich versuche das für mich zu übersetzen, für unsere Zeit, für eine aktuelle Situation.

Dann könnte ich z.B. beten: Ich glaube, dass auch die Schwierigkeiten im Leben mich weiterbringen können. Ich glaube, dass wir aus Fehlern lernen können. Ich glaube, dass es immer einen Weg nach vorne gibt, auch wenn es noch so mühsam scheint.

Eines ist aber dabei ganz klar: Kein Mensch hat das Recht, es anderen absichtlich schwer zu machen, ihnen sozusagen „eine Lektion zu erteilen“. Wir sollen – wann immer es gehen – gut miteinander umgehen. Wir sollten es einander so leicht wie möglich machen. Die Härten kommen von alleine.

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