Stadt Kloster #3

Sieht Gott ähnlich

Man glaubt es kaum, aber einige Katholik*innen streiten seit 50 Jahren über die Frage, ob Männer mit Jesus mehr gemeinsam haben als Frauen, einfach weil sie Männer sind – so wie Jesus. Und dann sagen manche: nur ein Mann könne eine Gemeinde leiten, nur ein Mann könne mit der Gemeinde die Heilige Messe feiern, nur ein Mann könne Priester und Bischof sein, weil er Jesus körperlich ähnlicher sei als eine Frau. Echt?

Jesus macht Gott für uns sichtbar und erfahrbar: weil er Begegnungen mit anderen sucht, weil er nicht ausgrenzend ist und nicht abwertend, weil er Kinder und Frauen ernst nimmt, weil er Konflikten nicht ausweicht, weil er besonders denen nachgeht, die Mist gebaut haben, weil er Menschen vor Normen stellt … Das verstehe ich. Aber das hat mit seinem Mannsein nichts zu tun, sondern mit seiner Art ein Mensch zu sein. Und diese Art ist irgendwie göttlich. Jeder Mensch, der sich diese Art Jesu zum Maßstab nimmt, sieht Gott ähnlich.

Vielleicht könnte sich die katholische Kirche die ganze Diskussion sparen. Dann wäre ein großer Schritt getan, auch in dieser Kirche Frauen zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen zu weihen. Äbtissinnen gibt es ja in der katholischen Kirche schon seit vielen Jahrhunderten: Frauen, die machtvoll ein Kloster leiten, von dort aus spirituelle Lehrerinnen sind und Menschen segnen. Und seit Jahrzehnten gibt es katholische Religionslehrerinnen und Theologie-Professorinnen, Gemeindereferentinnen, die Begräbnisse leiten, und Krankenhausseelsorgerinnen, inzwischen auch Ordinariatsdirektorinnen und Gemeindeleiterinnen. Frauen sind zäh, Gott auch.

Weitere Informationen: www.katholisch.de/

Foto: Harald Bulla Fotograf (https://www.facebook.com/harald.bulla.35/photos)

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