Stadt Kloster #1

Was inspiriert mich? Woran orientiere ich mich? Wie geht Christsein – heute?

Die Regel des heiligen Benedikt ist ungefähr 1500 Jahre alt. Ursprünglich wurde sie geschrieben für Menschen, die im Kloster miteinander leben. Gemeinsames Leben ist das Stichwort, das sie so aktuell macht. Heute zur Aufnahme von Gästen:

Benediktregel, Kapitel 53:

Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus: denn er wird sagen: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35) Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern. (Gal 6,10) Sobald ein Gast gemeldet wird, sollen ihm daher der Obere und die Brüder voll dienstbereiter Liebe entgegeneilen. Allen Gästen begegne man bei der Begrüßung und beim Abschied in tiefer Demut: man verneige sich, werfe sich ganz zu Boden und verehre so in ihnen Christus, der in Wahrheit aufgenommen wird.

Als diese Sätze aufgeschrieben wurden, im 6. Jahrhundert, war die Welt des Römischen Reiches ungefähr genauso dynamisch und desorientiert wie unsere heutige Welt. Das Römische Reich war in Auflösung begriffen, Menschengruppen aus ganz Europa und darüber hinaus machten sich in der “Völkerwanderung” auf die Suche nach besseren Lebensmöglichkeiten. Die Frage des Respekts vor dem Fremden ist damals so aktuell wie heute. Menschen als Menschen zu respektieren, weil es ihrer Würde entspricht, ist ein zentraler christlicher Wert. Hinzu kommt, was Benedikt hier in seiner Regel formuliert: Der Mensch, der als Gast das Kloster betritt, ist nicht irgendeiner, sondern in ihm betritt Jesus Christus selbst das Haus.

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